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Fotobericht Herbst 2023



Mexiko-Stadt, den 1. November 2023



Liebe Freunde im Herrn,


Grüße nach einem blitzschnellen Sommer (mein letzter Brief war im Juni!). Ich hoffe, dass Ihr Sommer erholsam war, trotz der vielen Stürme, die über unserer armen Welt zurzeit toben...

Mit Bezug auf die verschiedenen Projekte von KANELA war der Sommer sehr produktiv. Die neuen Niederlassungen der Glaubensschule in Afrika befestigen ihre Strukturen und die Anzahl ihrer Schüler wächst. Das kann ich besonders von der Glaubensschule in Dar es Salaam und Arusha (beide in Tansania) sagen. Seit meinem letzten Brief aber hat die Schule auch in den Diözesen von Mbeya (Erzdiözese in Tansania) und Sokoto angefangen. Sokoto ist eine von der Oberfläche her große Diözese in der von Gewalt geplagten Nordhälfte Nigerias. Einige von Ihnen werden sich daran erinnern, dass wir vor einigen Jahren ein Gebetsbild von einem Seminaristen aus Sokoto (Michael Nnadi) verteilt haben, der durch antichristlichen Terror verschleppt und umgebracht wurde. Es ist wichtig, dass die Glaubensschule auch an diesen Konfliktstellen gegenwärtig ist.

Bei den schon bestehenden, etablierten Niederlassungen der Glaubensschule in Afrika gäbe es auch viel zu erzählen. Der regionale Hauptsitz der Schule, der sich in Nigeria befindet, wird wegen der Menge an Arbeit ausgebaut. In Ndola, einer Bergbaustadt in Sambia, hat man die dritte Abschlussfeier vollzogen. Das alles ist nicht selbstverständlich. Jede Niederlassung bedeutet ein lokales Team, das Vorteile, aber auch Herausforderungen hat. In dieser Hinsicht ist der Beitrag von Frau Veronica Aguilar, die Regionalreferentin der Glaubensschule in Afrika, besonders wertvoll. Frau Aguilar setzt sich alle 14 Tage in Verbindung mit jeder Niederlassung, um uns zu aktualisieren, wie alles gerade läuft, was die Fortschritte aber auch die Probleme sind. So können auch wir vom Hauptsitz aus helfen, dass jede Niederlassung wächst.

Eine der größten, zahlreichsten Niederlassungen in Afrika befindet sich in der Diözese von Karonga im Norden von Malawi. Ich habe in früheren Briefen von den schwierigen Entfernungen zwischen den Punkten erzählt, an denen unterrichtet wird. Das Problem dieser Entfernungen werden dadurch verschlimmert, indem fast kein Mensch ein Auto oder sogar ein Fahrrad besitzt. Trotzdem gibt es echte Sehnsucht danach, seitens der Katholiken, die Unterrichte der Glaubensschule zu verfolgen. Das Team vor Ort hat deswegen vorgeschlagen, die Unterrichte auch über den Diözesanrundfunk auszustrahlen und ein entsprechendes Budget entwickelt. Diese Sendungen haben im Juli begonnen und werden von vielen Katholiken und Nichtkatholiken gehört. In Malawi – wie in vielen Ländern Afrikas – ist die Stromversorgung sehr unregelmäßig und die Internetversorgung begrenzt. Das Radio hingegen ist zuverlässig, da die Funkstation über einen Generator ausstrahlen kann und die Zuhörer über billige, mit Batterien versorgten Funkapparate zuhören können.

Auch in Nordmalawi haben wir den Druck von tausend Exemplaren des Markusevangeliums in der Tumbuka-Sprache finanziert. Die Schule hat diese Evangelien unter den Katholiken, und vor allem unter Jugendlichen verteilt, die kein Englisch können und die kein Smartphone besitzen, auf dem man normalerweise eine Bibel lesen könnte. Danke für Ihre Unterstützung von diesem Projekt, das das Wort Gottes unter den Ärmsten verbreitet.

Wie Sie wissen, auf beiden Seiten des Atlantiks unterstützt KANELA arme Priester mit einem monatlichen Gehalt, damit sie sich der Seelsorge widmen können, ohne den ständige Kummer um ihre eigene Existenz. Dank der Großzügigkeit der Freunde von KANELA in Europa, in den USA und auch in Kanada, unterstützen wir zurzeit ZWEIUNDZWANZIG Priester in 6 Ländern. Der neueste Priester, dessen Antrag approbiert wurde, heißt Father John. Er ist ein junger Priester der Diözese Solwezi in Nordwestsambia an der Grenze zu Angola. Seine Pfarrei liegt in einem Riesen-Flüchtlingslager für Menschen aus Angola, die während des langen Bürgerkriegs ins Nachbarland geflüchtet sind. Viele von ihnen sind katholisch, da Angola früher eine portugiesische Kolonie war; seine Gemeinde ist groß, aber bitterarm. Wir hoffen, dass diese bescheidene monatliche Unterstützung es ihm ermöglicht, mehr Zeit für seine Gemeinde zu nehmen!

Padre Noe in Nicaragua widmet das Geld, das er monatlich von KANELA erhält, dem Neubau einer Kapelle in einem abgelegenen Dorf seiner Pfarrei. Im Augenblick ist die Lage der Priester in Nicaragua äußerst heikel, da sie von der Regierung streng bewacht und oft schikaniert werden. Beten wir für Nicaragua!

Zurück in Mexiko haben wir im September einen besonderen Einsatz organisiert, um Pfarrern zu helfen, die in diesen Monaten eine neue Pfarrei übernehmen. Vor allem im Zentrum von Mexiko ist es üblich, dass der Wechsel von einer Pfarrei zur anderen im August oder September stattfindet. Im Gegensatz zu Europa haben die meisten Diözesen in Mexiko keine Bauabteilung, die den Priestern bei diesen Umzügen beisteht. Leider kommt es oft vor, dass der neue Pfarrer ein völlig leeres oder sogar verwüstetes Pfarrhaus vorfindet: ohne Bett, ohne Kühlschrank, ja in manchen Fällen sogar ohne Toilette! Zusammen mit der Stiftung „Compañía de María“ in Mexiko-Stadt suchen wir Pfarrer, die in diese Situation geraten sind. Wir helfen ihnen, eine „Wunschliste“ für das neue Pfarrhaus zusammenzustellen. Dann suchen wir Sach- und Geldspender in Mexiko, um diese Listen versorgen zu können.

Was das Agrarprojekt in Nordwestmexiko betrifft, kommt die Sache kapriziös voran. Das Wetter ist dieses Jahr sehr unbeständig und der Mangel an Regen hat das ganze Projekt um zwei Wochen verzögert. Unser Team hat sich dem Klima bemerkenswert angepasst: Um Wasser zu sichern, haben sie sogar einen Teich angelegt. Ich bitte trotzdem um Ihr Gebet für dieses Projekt, denn es ist erst zur Hälfte fertig. Wir werden im November und Dezember sehr hart arbeiten müssen.

Ich hätte noch viel zu schreiben: über die Vollzeitkatecheten in El Salvador und Guatemala (auch gerade wegen der Politik sehr harte Zeiten!), über unsere Zusammenarbeit mit der Suppenküche von Padre Pablo, über die wachsende Gewalt in Mexiko und über unsere neue Krankenkasse für Priester. Das alles wird auf den nächsten Brief warten müssen, denn ich will diese letzten Zeilen benutzen, um was Wichtiges mit Ihnen zu besprechen. Sie wissen, dass der Zweck unseres Vereins die Unterstützung der katholischen Neuevangelisierung in Lateinamerika und Afrika ist. Wir versuchen dies zu tun, indem wir von den verschiedenen Diözesen approbierte Projekte auswählen und finanziell fördern. Da unsere Mittel begrenzt sind, versuchen wir eben die Projekte zu nehmen, die die größte Tragweite versprechen (soweit diese sich in Gottes Sachen ermessen lässt!). Als Verein ist es uns aber immer deutlicher geworden, dass eins der meist „versprechenden“ Projekte in der Tat die Priester selber sind. Sie sind als Gemeindeleiter echte Multiplikatoren. Wenn sie gut ausgebildet und motiviert sind, sind sie auch hocheffiziente Förderer der Neuevangelisierung.

Diese Idee wollte ich mit Ihnen teilen, denn Sie werden bemerkt haben, dass unsere Unterstützung der Priester über die Jahre ziemlich gewachsen ist. Die Unterstützung von Priestern ist bei weitem nicht unsere einzige oder sogar Haupttätigkeit. Sie ist aber zunehmend wichtig.

Und jetzt habe ich lange geplaudert. Dies ist mein letzter langer Brief vor Jahresende. Ich wünsche Ihnen eine christlich besonnene Adventszeit – eine gigantische Herausforderung in unserer materialistischen Welt! – für die ich beten werde. Ich sage noch nicht frohe Weihnachten, denn ich hoffe, einmal wieder vor Weihnachten eine Kleinigkeit zu schreiben. Mit meinem Gebet für Sie, Ihre Familie und Ihre Anliegen



Ihr Bruder im Herrn


Father Robert

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